Einen Freiwilligendienst ableisten - das bedeutet, aus freien Stücken, kontinuierlich und über einen vereinbarten Zeitraum hinweg andere zu unterstützen und da anzupacken, wo es not tut. Durch ihren Einsatz tragen die Freiwilligen dazu bei, Gemeinschaft zu schaffen und Werte wie Gemeinsinn und soziale Verantwortung lebendig zu halten.
Bisher konnten nur Jugendliche bis 27 Jahren ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) – im Inland oder Ausland – ableisten. Diese Möglichkeit nutzten Jugendliche und junge Erwachsene, um sinnvolles, vor allem auch wirkungsvolles Handeln hautnah zu erleben, um sich selbst in der Praxis zu erfahren und sich dadurch persönlich weiter zu entwickeln.
Nun haben auch Menschen aller Altersgruppen, also auch ältere Menschen und Menschen, die im Berufsleben stehen oder standen die Möglichkeit, sich über einen Zeitraum von 3 bis zu 24 Monaten freiwillig in einem sozialen Projekt zu engagieren und sich – generationsübergreifend – für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft zu engagieren.
Freiwillige jeden Alters tragen so dazu bei, Ziele und Aufgaben sozialer oder kultureller Einrichtungen, in einem ökologischen Projekt, im Natur- und Umweltschutz oder im Sportbereich mit ihrem Einsatz kontinuierlich zu fördern. Sie geben ihre Erfahrungen weiter und sammeln gleichzeitig selbst neue Erfahrungen, sie gestalten ihre Freizeit aktiv und knüpfen neue Kontakte.
Soziale Organisationen profitieren von den Erfahrungen der Freiwilligen und können so hauptamtliche Arbeit sinnvoll durch Freiwilligeneinsätze ergänzen.
Um durch Kontinuität den Einsatz tragfähig und verlässlich zu gestalten, sollte die Wochenarbeitszeit der freiwillig Engagierten bei 20 bis 40 Stunden liegen. Auslagen werden erstattet, und auch der Versicherungsschutz während des Einsatzes ist gewährleistet.
Initiiert hat dieses Modellprojekt das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Als Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligen-agenturen e.V. (bagfa) nimmt die Freiwilligenzentrale Moers an Modul 1 (Freiwilligen-agenturen als Informationsstelle für interessierte Ehrenamtliche) und Modul 2 (Freiwilligenzentralen als Beratungsstelle für interessierte Organisationen) teil.
Die bagfa e.V. (Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen e. V., Torstraße 231, 10115 Berlin) ist einer der Träger des Modellprojektes „Generationsübergreifende Freiwilligendienste“ des BMFSFJ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend).
Am Modellprojekt der bagfa sind bundesweit elf Freiwilligenzentralen/agenturen als lokale Infrastruktureinrichtungen zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements beteiligt.
Eine dieser beteiligten Agenturen ist die Freiwilligenzentrale Moers.
Die Rahmenbedingungen des Modellprojektes sind so beschaffen, dass verschiedene Möglichkeiten (Module) der Umsetzung erprobt und verstetigt werden können. Die Freiwilligenzentralen/agenturen übernehmen die Trägerschaft für Freiwilligendienste nach den eigenen Möglichkeiten und den örtlichen Gegebenheiten. Das Modellprojekt sieht vor, dass die Beteiligung entweder an einem einzigen Modul oder auch an mehreren Modulen möglich ist.
- Modul 1: Freiwilligenagenturen als Informationsstellen
- Modul 2: Freiwilligenagenturen als Beratungsstellen für Einsatzstellen
- Modul 3: Freiwilligenagenturen als Träger von lokalen Freiwilligendiensten
- Modul 4: Freiwilligenagenturen als Träger von internationalen Freiwilligendiensten
Gelingendes freiwilliges Engagement bedarf einer konstruktiven Zusammenarbeit freiwilliger und beruflich Tätiger. Freiwilligenzentralen/agenturen beraten und unterstützen Gemeinwohlorganisationen bei der Entwicklung engagementfreundlicher Rahmenbedingungen. Dazu gehören die Klärung der Voraussetzungen für das freiwillige Engagement, Fragen bezüglich der Rollenklärung und Verantwortung, über Einführung und Fortbildung, Versicherungsschutz, bis zur Erstattung finanzieller Aufwendungen. Im Rahmen des Modellprojektes werden Freiwilligenzentralen/agenturen einen entscheidenden Beitrag zur Ausweitung von Einsatzfeldern und Einsatzstellen für neue Formen von Freiwilligendiensten unterschiedlicher Altersgruppen leisten.
Gabriele Hartung und Ulla Ostermann, Telefon: 02841 / 100 188
Dieses Bundesmodellprojekt ist ausgelaufen.